Als ich mit der Arbeit für die Bastardin begann, war ich noch sehr weit von den knapp 400 Seiten entfernt, die sich jetzt zwischen zwei Buchdeckel kuscheln. Ein historischer Krimi sollte es werden, so viel stand fest, und für mich stand außerdem bald fest, dass ich meine Leser ins Hochmittelalter entführen wollte. Aber sonst …
Sonst war da noch ein Faible für Friedrich I. Barbarossa und Heinrich den Löwen, das ich bereits seit Jahren mit mir herumtrug, das mich auch schon dazu brachte, erste Recherchen zu betreiben, das ich aber nie weiter verfolgte, außer so viel wie nur möglich über die beiden zu lesen. Und fasziniert zu sein von dieser Männerfreundschaft, die sich später zu einer Feindschaft wandelte.
Man kann vieles über Barbarossa und den Löwen lesen, aber auch viel Widersprüchliches, denn was genau sie waren – Freunde, Machtmenschen, Feinde – weiß niemand heute so genau. Und gerade darum interessieren mich die beiden nach wie vor; ich wollte herausfinden, was sie für mich waren. Wie es gewesen sein könnte – denn genau darum geht es bei historischen Romanen. Eine Geschichte zu erzählen, die genau so passiert sein könnte.
Im Spannungsfeld zwischen Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen tauchte für mich völlig überraschend Agnes auf. Ich saß in der Bibliothek und widmete mich dem Quellenstudium – unerlässliche Pflicht für Autoren und mir immer wieder ein besonderes Vergnügen. Als ich von Friedrich Barbarossas Vater las, dem einäugigen Friedrich, der wohl auch außerhalb der Ehe kein Kostverächter war, wurde Agnes geboren – in meiner Fantasie und schon bald im Manuskript hielt sie mit so viel Verve Einzug, dass ich mich ihr nicht entziehen konnte.
Viele Teile der Geschichte kristallisierten sich während der intensiven Recherchephase heraus – auch der Schauplatz Regensburg war mir zwar durch Besuche durchaus vertraut, doch scheute ich mich recht lange, diese Herausforderung anzunehmen.
Da waren also die beiden Männer, die Frau zwischen ihnen und Regensburg. Und ein Mord. Ab diesem Zeitpunkt war das Schreiben nicht mehr Fest, aber auf jeden Fall ein Vergnügen. Ein anstrengendes Vergnügen, das mich neben dem Studium und der Arbeit als Übersetzerin immer wieder forderte. Von Januar 2007 bis Mai 2008 begleitete mich der Roman. Nun ist er fertig, wartet auf seine Leser und ich hoffe, Sie haben genauso viel Vergnügen bei der Lektüre wie ich es immer wieder habe, wenn ich Abschnitte des Manuskripts lese.